Umbau Bürogebäude in Putlitz

Umbau und grundlegende Sanierung einer Stadtvilla Bj. 1905 zum Bürogebäude, Perleberger Straße 5, 16949 Putlitz, Planung : Dipl. Ing. Detlev Kostka – HOAI LP 1-8, Bauherr : privat,
Jahr Planung / Bauantrag : 2006, Jahr der Bauausführung : 2006 – 2007, Brutto-Baukosten DIN 276 (KG 300-400) : 310 TEUR
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Umbau Bürogebäude Putlitz
Umbau einer Stadtvilla Bj. 1905 zum Bürogebäude
Perleberger Straße 5, 16949 Putlitz

Planung : Dipl. Ing. Detlev Kostka – HOAI LP 1-8
Bauherr : privat
Jahr Planung / Bauantrag : 2006
Jahr der Bauausführung : 2006 – 2007
Brutto-Baukosten DIN 276 (KG 300-400) : 310 TEUR

UUmbau und grundlegende Sanierung einer nicht mehr für Wohnzwecke genutzten Stadtvilla aus dem Baujahr 1905 zu einem Bürogebäude mit Einliegerwohnung bzw. Zimmervermietung für einen örtlichen Finanzdienstleister. Die baulichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte an der Fassade wurden zurück gebaut und erforderliche Änderungen an der Fassade aufgrund der neue angelegten Raumstruktur im Gebäude wurden im bauzeitlichen Stiel ausgeführt, so dass das Gebäude wieder markant als glanzvolle Stadtvilla des Späthistorismus erkannt wird.

Bauhistorische Einordnung
Wie ist die Fassade der Stadtvilla Perleberger Straße 5 in 16949 Putlitz , Baujahr 1905, zuzuordnen?

Es handelt sich um einen historistischen Villenbau der späten Kaiserzeit mit deutlichen Einflüssen der Reformarchitektur und des frühen Heimatschutzstils.

Anhand der Fassade lassen sich folgende Merkmale zur Einordnung erkennen:

Das sichtbare Zierfachwerk im Obergeschoss, das auf regionale Bautraditionen verweist. Der geschweifte Schweifgiebel an der Straßenfront, ein Motiv der norddeutschen und niederländischen Renaissance, das im Historismus häufig wieder aufgegriffen wurde. Die asymmetrische Fassadengliederung, typisch für die Reformarchitektur um 1900. Die hohen, schlanken Sprossenfenster und der repräsentative Eingang. Das steile Walm- bzw. Krüppelwalmdach mit kräftigem Dachüberstand. Der weitgehende Verzicht auf den üppigen Fassadenschmuck der Gründerzeit zugunsten klarerer Baukörper.

Bauhistorische Einordnung

Das Gebäude gehört zur späten Historismusphase (Späthistorismus), zeigt aber bereits den Übergang zur Reformarchitektur. Diese Stilrichtung entstand als Gegenbewegung zum überladenen Historismus und legte Wert auf:
– ruhigere Fassaden,
– handwerkliche Materialien,
– regionale Bauformen,
– harmonische Proportionen.

Gleichzeitig finden sich vereinzelte Jugendstileinflüsse, etwa in der freien Komposition der Baukörper und den weicheren Fassadenformen. Typische florale Jugendstilornamente oder geschwungene Fensterformen fehlen jedoch weitgehend.

Deshalb ist die Stadtvilla architekturgeschichtlich folgendermaßen einordnen:

– Wilhelminische Reformarchitektur der späten Kaiserzeit 1905 – 1912,
– Späthistorismus: ≈ 60 %,
– Reformarchitektur: ≈ 25 %,
– Heimatschutzstil: ≈ 10 %,
– Jugendstil: ≈ 10 %.

Denkmalpflegerische Bewertung:

Aus denkmalpflegerischer Sicht besitzt das Gebäude mehrere erhaltenswerte Merkmale:
– originale Fassadengliederung,
– charakteristische Fachwerkzonen,
– repräsentativer Renaissance-Schweifgiebel,
– harmonische Dachlandschaft,
– insgesamt ein sehr authentisches Erscheinungsbild trotz späterer Sanierung.

Fazit:

Das Gebäude ist ein qualitätsvoller Vertreter des Späthistorismus mit Reformarchitektur und Heimatschutz-Einflüssen, entstanden 1905. Es verkörpert den Übergang von der dekorativen Architektur des 19. Jahrhunderts zu der sachlicheren, regional geprägten Architektur unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg. Diese Einordnung passt gut zur Bautätigkeit in der Prignitz während der wirtschaftlichen Blütezeit des Deutschen Kaiserreichs. [2] [3] [4]


Der fertig gestellte Umbau des Bürogebäudes.


Bestandsansichten des Gebäudes vor dem Umbau.


Bestandsansichten des Gebäudes 20 Jahre nach dem Umbau.



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